Laut einer DIVSI-Studie (Deutsches Institut für Vertrauen und Sicherheit) leben in Deutschland rund 27 Millionen Menschen ganz oder nahezu komplett ohne Internet. Diese 40 Prozent werden als Digital Outsider bezeichnet. Die Studie ergab weiterhin, dass rund 20 Prozent der Deutschen im Internet eher misstrauisch, skeptisch und defensiv unterwegs sind. Die restlichen 40 Prozent stehen dem Internet positiv gegenüber und haben es komplett in ihr Leben integriert.
Welche Bedeutung hat dieses überraschende Ergebnis für das Marketing?
Meiner Meinung nach werden momentan die Extremisten im Online-Marketing noch über längere Zeit in ihre Schranken verwiesen. Sicher, Marketingentscheidungen müssen zielgruppenspezifisch getroffen werden und somit kann es sein, dass die eine oder andere Marketing-Kampagne rein aus Onlinemedien besteht. Fakt ist aber auch, dass ca. 60 Prozent der Bevölkerung über diesen Weg zum größten Teil gar nicht oder nur schwer erreicht werden kann.
Sollte man das Online-Budget jetzt zu Gunsten der traditionellen Medien kürzen?
Das muss eine Fall-zu-Fall-Entscheidung sein, die im Wesentlichen von der angesprochenen Zielgruppe abhängt. Fest steht aber, dass die Nutzung der Online-Medien weiterhin steigen wird. Deutschland ist gerade im Bereich Social-Media noch ein Entwicklungsland, das einen gewaltigen Nachholbedarf, aber auch Potential hat. Es wäre somit in den meisten Fällen falsch, das Internetmarketing aufgrund dieser Studie gegen Null zu reduzieren. Abhängig von der Zielgruppe sollte es wohldosiert als flankierende Maßnahme zur klassischen Werbung eingesetzt werden. Wenn wir Marketingentscheidungen treffen, sollten wir in naher Zukunft wieder mehr die 60 Prozent im Auge behalten.

